"Plastikpiraten" untersuchen Flüsse

Wie viel Plastik schwimmt in deutschen Flüssen? Das haben im vergangenen Jahr etwa 2500 Schülerinnen und Schüler untersucht. Jetzt gibt es erste Ergebnisse: Alle zwei Quadratmeter fanden sie Müll an den Gewässern – häufig von Menschen hinterlassen.

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Flaschen, Tüten, und Joghurtbecher – Flüsse und Bäche tragen jede Menge Plastikmüll in die Meere und Ozeane. Wie verschmutzt deutsche Flüsse sind, haben zwischen September und November 2016 etwa 2500 Schülerinnen und Schüler bei der Aktion „Plastikpiraten“ untersucht. Die Aktion ist Teil des Wissenschaftsjahres 2016*17 „Meere und Ozeane“, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wie genau kommt der Müll ins Wasser?

Von den großen Strömen wie dem Rhein, der Elbe oder der Donau bis zu kleineren Fließgewässern wie der Schwentine in Schleswig-Holstein: Im ganzen Land waren die Plastikpiraten unterwegs, um herauszufinden, wie verschmutzt deutsche Flüsse sind. Denn vielerorts ist es noch weitgehend unerforscht, wie der Müll ins Wasser kommt, wo er sich ansammelt und welche Auswirkungen er auf das Ökosystem hat. Die gesammelten Daten haben die jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der „Kieler Forschungswerkstatt“, dem Schülerlabor der Universität Kiel, analysiert. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse aus dem Jahr 2016 vor.

Mehr als 2500 Jugendliche

Über 2.500 Jugendliche von insgesamt 182 Schulen und Organisationen nahmen zwischen dem 16. September und dem 18. November 2016 an der Aktion „Plastikpiraten“ teil. 56 Gruppen beschäftigten sich mit dem Flusssystem des Rheins, 26 mit dem der Elbe, 17 mit dem der Weser und weitere zehn Jugendgruppen waren am Flusslauf der Donau unterwegs.

Nicht nur Plastik, sondern auch Chemikalien

Alle zwei Quadratmeter stießen die Jugendlichen auf ein Müllteil an den Flüssen oder Bächen. Dabei fanden sie nicht nur Plastik, sondern oft auch für Menschen und Tiere gefährliche Materialien wie Chemikalien oder scharfe Metallgegenstände. Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher ermittelten auch, woher der Müll kommt: Oftmals sind es die Besucher der Uferflächen, die Verpackungen, Flaschen, Zigarettenstummel oder Essensreste an den Gewässern liegen lassen. Am meisten Müll entdeckten die Plastikpiraten am größten Fluss Deutschlands: dem Rhein und seinen Nebenflüssen. Danach folgen Donau und Elbe. Die Weser war in der Auswertung der berücksichtigten größeren Flüsse das sauberste Fließgewässer.

Auch in diesem Jahr beteiligten sich zwischen Mai und Juli noch einmal zahlreiche Jugendliche an der Aktion „Plastikpiraten“. Die Gesamtauswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.