Kleine Fächer: Zweite Ausschreibungsrunde für junge Wissenschaftler

Kleine Fächer stärken die Vielfalt der Hochschul- und Forschungslandschaft in Deutschland. Das Bundesforschungsministerium fördert daher Nachwuchsforschende der Kleinen Fächer – diese Förderung geht jetzt in die zweite Ausschreibungsrunde.

Erdbebensicheres Bauen entwickeln, Krisengebiete politisch und kulturell erforschen, digitale Übertragungsmedien analysieren – dies und viel mehr leisten Forschende der sogenannten Kleinen Fächer. Die Vielfalt der Kleinen Fächer ist wichtig für den Forschungsstandort Deutschland: Sie tragen zur Profil- und Strukturbildung einer Universität bei. Zudem besitzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besondere Kompetenzen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und fördern mit ihren weltweiten Partnerschaften die internationale Vernetzung der deutschen Hochschullandschaft.

Was ist ein Kleines Fach?

Die Entstehung des Begriffs „Kleines Fach“ ist historisch
im Kontext der Entwicklung der „Massenuniversitäten“
in den 1960erJahren zu verorten. Die
erste, von 2007 bis 2012 durchgeführte Kartierung
der Kleinen Fächer beruht auf einer Arbeitsdefinition,
die den Begriff „Kleines Fach“ sowohl von großen
Fächern („nach oben“) als auch von Spezialgebieten
(„nach unten“) abgrenzt. Die Abgrenzung zu mittleren
und großen Fächern erfolgt über die Zahl der
Professuren und der Universitätsstandorte.
 

Zweite Förderrunde

Das Bundesforschungsministerium will dieses Potenzial stärken und fördert innovative Forschungsprojekte von Nachwuchsforschenden aus Kleinen Fächern.

Exzellente Nachwuchswissenschaftler

Das Bundesforschungsministerium will die Leistungsfähigkeit der Kleinen Fächer in den nächsten Jahren durch die Förderung interdisziplinärer Projekte exzellenter junger Leute weiter ausbauen und sichtbar machen. Dank der Förderung erhalten jährlich 10 bis 15 exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus den Kleinen Fächern die Möglichkeit, sich für den Zeitraum von drei Jahren an einer Universität oder Forschungseinrichtung in Deutschland mit selbstgewählten, vielfältigen Forschungsfragen zu beschäftigen.

Von Religionswissenschaften bis Lusitanistik

Die Themenvielfalt unter den Forschungsprojekten der ersten Förderrunde reicht von der Religionswissenschaft und den Regionalstudien über Volkskunde und Lusitanistik bis hin zu Filmwissenschaft und Bauforschung. Die 14 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen neben Deutschland auch aus Ungarn, der Ukraine, Italien und Russland.