Internationale Wanderausstellung Ocean Plastics Lab geht auf Tour

Pro Minute landet eine Schiffscontainerladung Müll in den Meeren und Ozeanen. Welche verheerenden Auswirkungen das auf die Umwelt hat, wie moderne Forschung das Problem zu lösen versucht und vieles mehr zeigt die Wanderausstellung Ocean Plastics Lab.

Eröffnung des Ocean Plastics Lab
Mauro Laus (v.l.), Vertreter der Region Piemont und Präsident des Regionalrates, Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation eröffnen die Ausstellung "Ocean Plastics Lab" in Turin. © BMBF

Plastikflaschen im Sand, Kaffeebecher, an denen schon Tang klebt, Plastiktüten, die über Fischschwärmen dahintreiben: Plastikmüll am Strand und im Meer ist für viele Menschen ein vertrautes Bild. Doch dieser sichtbare Müll ist nur ein Bruchteil des Plastiks, das jährlich in den Meeren und Ozeanen landet: umgerechnet ist es etwa eine Schiffscontainerladung Müll pro Minute. Ein Großteil des Plastikmülls ist gar nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Größere Kunststoffteilchen zerfallen durch UV-Strahlung und Wellenschlag in winzige Teile, sogenanntes Mikroplastik. In dieser Form gelangt Plastik überall hin. Verheerend daran ist, dass manche Kunststoffprodukte Hunderte von Jahren brauchen, um vollständig biologisch abgebaut zu werden.

Die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll ist das Thema der Wanderausstellung „Ocean Plastics Lab“, die das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit dem Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) und mit Unterstützung der Europäischen Kommission sowie weiterer Partner initiiert hat. Vier begehbare Schiffscontainer geben Einblicke in die aktuelle internationale Forschung zur Meeresverschmutzung und regen zum Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft an. Die erste Station des „Ocean Plastics Lab“ ist das italienische Turin, wo die Ausstellung am Rande des Treffens der G7-Wissenschaftsminister in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Wanka und EU-Forschungskommissar Carlos Moedas eröffnet wurde. Weitere geplante Stationen der Ausstellung sind unter anderem Paris, Brüssel, Washington D.C. und Berlin.

Viel zu oft wird das Plastik nicht richtig entsorgt und landet in der Natur

In der mobilen Outdoor-Ausstellung Ocean Plastics Lab laden Installationen, Animationen und interaktive Angebote dazu ein, sich mit dem Thema Plastikmüll in den Ozeanen auseinanderzusetzen. Kunststoffe sind ein zentraler Bestandteil des Alltags und werden in vielen Lebensbereichen verwendet: Ob als Verpackung, Flaschen, Spielzeuge, Möbel – fast alle Menschen nutzen regelmäßig Gegenstände aus Plastik.

Doch viel zu oft wird das Plastik nicht richtig entsorgt und landet in der Natur. Die Folgen für die Umwelt sind teilweise verheerend und stellen die Menschheit künftig vor eine große Herausforderung: Wie kann es gelingen, die Bedürfnisse der Gesellschaft und den Schutz der Umwelt gleichermaßen zu berücksichtigen? Die Ausstellung ist eine Einladung an alle Besucherinnen und Besucher, sich diese Frage zu stellen und Lösungsansätze zu entwickeln. Dazu werden auch Citizen-Science-Projekte zum Thema Plastikmüll vorgestellt.

Ocean Plastics Lab

Das Ocean Plastics Lab ist ein deutscher Beitrag zur Umsetzung des G7-Aktionsplans im Kampf gegen die Verschmutzung der Meere. Ein Element ist eine Bildungsoffensive, welche die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Plastikverschmutzung der Meere bekannt machen und die Gesellschaft weltweit für das Thema sensibilisieren soll. Die Wanderausstellung ist noch bis zum 7. Oktober 2017 auf der Piazza Solferino in Turin zu sehen.