Bundesforschungsministerin Wanka zur heutigen Verleihung des Nobelpreises in Physik:

"Ich gratuliere allen Preisträgern ganz herzlich. Der Nachweis der Gravitationswellen ist eine Sternstunde der Grundlagenforschung. Besonders freue ich mich, dass auch Forschung aus Deutschland ganz entscheidend zum Erfolg beigetragen hat", sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Seit 1995 haben Karsten Danzmann und sein Team am deutsch-britischen Gravitationswellendetektor GEO600 die Technologie zum Nachweis der Gravitationswellen kontinuierlich weiterentwickelt. Der neue Blickwinkel ins Universum – die Gravitationswellenastronomie – verheißt spannende wissenschaftliche Erkenntnisse über den Anfang des Universums und der Physik der schwarzen Löcher."

Hintergrund:

Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie hat sie vorhergesagt: die Gravitationswellen. Rund hundert Jahre später ist es Forschern gelungen, diese Wellen in der Raumzeit direkt nachzuweisen. Dafür hat das Nobelpreiskomitee in Stockholm heute den US-Wissenschaftlern Rainer Weiss, Barry C. Barish und Kip S. Thorne den Nobelpreis für Physik zuerkannt.

Die Forscher haben am "Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO)" in den USA das Experiment auf den Weg gebracht, mit dem es im Herbst 2015 erstmals gelang, Gravitationswellen direkt nachzuweisen. Maßgeblich beteiligt daran waren auch Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, vor allem rund um Karsten Danzmann, Leiter des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut). Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er entscheidende Technologien für die LIGO-Detektoren. Tatsächlich wurde das Gravitationswellensignal der beiden "Advanced LIGO" Detektoren in Hanford (Washington) und Livingston (Louisiana) zuerst am Albert-Einstein-Institut in Hannover bemerkt, das ebenfalls Partner der LIGO-Kooperation ist. An LIGO forschen insgesamt mehr als tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unter ihnen auch viele aus Deutschland.

Die ersten direkt beobachteten Gravitationswellen stammen von einem gigantischen kosmischen Zusammenstoß zweier Schwarzer Löcher in rund 0,8 bis 2 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Seitdem ist es dem LIGO-Team drei weitere Male geglückt, die geheimnisvollen Kräuselungen von Raum und Zeit zu erfassen. Zuletzt vor nur einer knappen Woche am 27.09.2017.