6,7 Prozent der Berufstätigen stärken kognitive Leistungen durch Medikamente

Viele junge Menschen nehmen leistungssteigernde Substanzen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt daher das Projekt JuHdo. Es trägt dazu bei, über die ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen des "Hirndopings" zu reflektieren.

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Ob in der Schule, im Studium oder im Beruf – die Anforderungen an die tägliche Kopfarbeit steigen. Viele Menschen greifen im Wettbewerb um gute Noten und Leistungen am Arbeitsplatz zu vermeintlich leistungssteigernden Substanzen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2015 nutzen 6,7 Prozent der befragten Berufstätigen ohne medizinische Notwendigkeit verschreibungspflichtige Medikamente, um ihre Gehirnleistungen zu verbessern. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer noch viel höher liegt und bis zu 12 Prozent der Erwerbstätigen, „Hirndoping" praktizieren.

Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin, gilt als Wundermittel, von dem sich gesunde Menschen eine gesteigerte Wachheit und Konzentration beim Lern- und Arbeitsmarathon erhoffen. Gesicherte Ergebnisse, die eine leistungssteigernde Wirkung bei Gesunden belegen, fehlen jedoch. Sicher ist nur, dass all diese Präparate Nebenwirkungen haben. Kopfschmerzen und Persönlichkeitsveränderungen wie emotionale Abstumpfung gehören dazu. Zudem können sich Abhängigkeit etablieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt daher das Forschungsprojekt „JuHdo – Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping", um besonders auch Jugendliche in die Diskussion einzubeziehen, zu informieren und eine reflektierte Meinung zu bilden.