Im Jahr 2020 hatte Deutschland zuletzt die EU-Ratspräsidentschaft inne. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte im Rahmen der Trio-Präsidentschaft gemeinsam mit Portugal und Slowenien die Citizen-Science-Aktion „Plastic Pirates – Go Europe!“. Im Jahr 2022 wurde die Aktion mit Unterstützung der Europäischen Kommission auf ganz Europa ausgeweitet.
Bei dieser EU-weiten Aktion der Bürgerwissenschaften können Schülerinnen und Schüler sowie Jugendgruppen Daten für die Forschung sammeln und einen Beitrag gegen die Vermüllung der Flüsse, Meere und Ozeane leisten: Dieses Fangnetz kam bei der Aktion zum Einsatz. Die Jugendlichen sammeln an Ufern von Flüssen Plastikmüll und stellen ihre Ergebnisse in einer europäischen Datenbank der Wissenschaft zur Verfügung.
Die Ergebnisse der Aktion fließen in eine digitale Landkarte ein, die einen Überblick der Vermüllung an Flussläufen und Gewässern gibt. Denn Flussläufe wie die Donau – Europas längster Fluss – münden irgendwann in die Meere und transportieren dabei auch Plastikmüll. Seit 2024 werden gezielt auch die Meere und Küstengebiete in den Blick genommen. Diese Daten können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die eingehende Analyse der Plastikvermüllung nutzen und somit zum Schutz der Umwelt beitragen.
Gemeinsam geht vieles einfach besser
Auch in anderen Forschungsbereichen ist Zusammenarbeit wichtig. Forschungsergebnisse und Datensätze aus internationalen Kooperationen tragen zu gemeinsamen Lösungen bei. Damit Forscherinnen und Forscher in Europa tatsächlich gut zusammenarbeiten können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Ähnlich wie beim Europäischen Binnenmarkt, der den freien Verkehr von Waren regelt, wird daher ein Binnenraum für Wissen geschaffen: der Europäische Forschungsraum.
Wichtig ist dabei nicht nur die Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern auch der Wissensaustausch zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern sowie eine gegenseitige Abstimmung von Forschungsthemen.
Auch die optimale Nutzung von europäischen und internationalen Forschungsinfrastrukturen gehört dazu: Solche Infrastrukturen, wie zum Beispiel Weltklasse-Teleskope, sind oft von einem Land allein kaum zu finanzieren – eine gemeinsame Entwicklung und Nutzung schafft hier neue Möglichkeiten.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stärkt gemeinsam mit anderen Ressorts die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums – genauso wie weitere Aktivitäten zur globalen Zusammenarbeit. Dadurch wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Europa gestärkt und globale Herausforderungen werden gemeistert.