Gesundheitsforschung orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen. Dabei arbeitet sie mit innovativen Methoden, Technologien und Forschungsgeräten wie dem hier gezeigten Plasmastift zur effektiven und besonders schonenden Wundtherapie mit kaltem Plasma. Der in Greifswald entwickelte kINPen® MED Plasmajet ist der erste CE-zertifizierte Atmosphärendruck-Plasmajet, der als Medizinprodukt zur Behandlung von chronischen Wunden und erregerbedingten Erkrankungen der Haut zugelassen ist und deutschlandweit die Lebensqualität von Menschen verbessert. Die Erforschung der Grundlagen hierfür wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Damit wissenschaftliche Erkenntnisse dem Wohle der Menschen dienen, müssen alle Beteiligten – Patientinnen und Patienten, aber auch Angehörige, das medizinische Fachpersonal, Zulassungsbehörden oder Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft – frühzeitig eingebunden werden. Nur dann kann die Übersetzung der Forschungsergebnisse in die Versorgungspraxis gelingen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung begleitet diese Entwicklung durch gezielte Förderung von Projekten und durch den aktiven Dialog mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren.
Eine starke Gesundheitsforschung für uns alle
Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Gesundheitsforschung ist es, Krankheiten vorzubeugen, zu heilen und ihre Folgen zu mindern. Ursachen, Prävention und Behandlung von Erkrankungen müssen deshalb auch in Zukunft entschlossen erforscht werden. Mit dem Rahmenprogramm Gesundheitsforschung stärkt die Bundesregierung das Thema in Deutschland und legt die strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre fest. Das Besondere an dem Programm: Es ist dynamisch ausgerichtet. Es lernt sozusagen mit der Zeit, denn es wird stetig geprüft und an die aktuellen Entwicklungen angepasst.
Gemeinsam forschen gegen Krebs
Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Plasmastift bei der Wundbehandlung erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für Innovationskompetenz „plasmatis“ am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald auch, inwiefern sich kaltes Plasma zur Krebstherapie eignet. Mit dem Plasmastift könnten Tumorzellen direkt geschädigt und gleichzeitig könnte mit kaltem Plasma das Immunsystem aktiviert werden. Dieses Beispiel allein zeigt, wie vielfältig die Ansätze in der Gesundheitsforschung und gerade in der Krebsforschung sein müssen und können.
Genau deswegen hat das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit vielen weiteren Partnern im Jahr 2019 eine bisher einmalige und Disziplinen übergreifende Initiative ins Leben gerufen – die Nationale Dekade gegen Krebs. Ihr Ziel: die Krebsforschung in Deutschland entscheidend voranzubringen und damit den Betroffenen eine immer bessere Chance auf Genesung und Heilung zu eröffnen. Dieses Ziel ist anspruchsvoll. Und es bedarf gemeinsamer Anstrengungen. Deshalb arbeiten in der auf zehn Jahre ausgerichteten Initiative Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Krebsforschung, Forschungsförderung, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft eng zusammen. Dabei steht der Mensch stets im Mittelpunkt und Patientinnen und Patienten werden eng eingebunden. Gemeinsam wollen die Akteure durch eine starke Krebsforschung unter anderem
- möglichst viele Krebsneuerkrankungen verhindern,
- Prävention und Früherkennung verbessern,
- Forschungsergebnisse schneller zu den Betroffenen bringen,
- die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Krebs verbessern.