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Die Medizintechnik umfasst eine Vielzahl von Produkten: Geräte und Anlagen in Arztpraxen und Krankenhäusern, Implantate wie Herzschrittmacher und Gefäßstützen, Schnelltests, Plasmageräte zur Wundheilung, webbasierte Therapien und medizinische Apps. Fast alle medizinischen Fachrichtungen und viele technische Disziplinen tragen dazu bei, und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen setzen innovative Ideen in die Praxis um.
BMBF-Förderung in der Medizintechnik
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Fachprogramm Medizintechnik Patientenversorgung verbessern, Innovationskraft stärken ins Leben gerufen. Dieses zeigt ungedeckte Versorgungsbedarfe auf und fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die den Patientinnen und Patienten zugute kommen. Zugleich unterstützt es die Zusammenarbeit aller Beteiligten in Wirtschaft, Wissenschaft und Versorgung an innovativen medizintechnischen Lösungen.
Das ist das Ziel der BMBF-Fördermaßnahmen
Das BMBF stärkt die enge Vernetzung von Industrie, Wissenschaft und klinischer Anwendung. So soll sichergestellt werden, dass innovative Ideen nicht in der Theorie bleiben, sondern schneller als bisher die Patientenversorgung erreichen.
An wen richtet sich die Förderung?
Mit dem Fachprogramm Medizintechnik richtet das BMBF einen besonderen Fokus auf den Mittelstand. Die Förderung soll deutsche Unternehmen national und international stärken und Impulse für eine Innovationspolitik aus einem Guss geben.
Wird anwendungsorientierte Forschung gefördert?
Über die Fördermaßnahme KMU-innovativ wird die anwendungsorientierte Forschung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in der Medizintechnik gezielt unterstützt. Ihre innovativen medizintechnischen Lösungen helfen, den Versorgungsalltag im Gesundheitswesen zu verbessern.
Was gilt für die klinische Erprobung?
Medizinprodukte unterliegen anspruchsvollen regulatorischen Anforderungen – sie müssen technisch erforscht und realisiert sowie klinisch erprobt werden. Eine entsprechende Förderbekanntmachung des BMBF zielt darauf ab, Unternehmen dabei und beim Aufbau relevanter Expertise zu unterstützen.
Zahlen zum BMBF-Förderprogramm Medizintechnik
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1600
bewilligte Fördervorhaben
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~650
Millionen Euro Fördervolumen insgesamt
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>750
Vorhaben von KMU
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~280
Millionen Euro Fördervolumen an KMU
Versorgungsbedarf als Ausgangspunkt für Entwicklung neuer Medizinprodukte
Ausgangspunkt für die Erforschung neuer medizinischer Verfahren und die Entwicklung neuer Medizinprodukte ist der konkrete Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten. Er ist dann gegeben, wenn gesundheitliche Probleme noch nicht gut genug diagnostiziert, behandelt oder versorgt werden können. Dafür werden geeignete medizintechnische Lösungen erforscht und entwickelt, die die medizinische Versorgung verbessern können.
Industrie-in-Klinik Plattformen
Die Entwicklung innovativer Medizinprodukte gelingt am besten, wenn die Erfahrung aus der Praxis einbezogen wird. Unternehmen müssen also einen umfangreichen Einblick in den Versorgungsalltag der Kliniken bekommen, um offene Versorgungsbedarfe kennenzulernen und die medizinische Expertise optimal in die Entwicklung der Medizinprodukte einfließen zu lassen. Deshalb fördert das BMBF die Industrie-in-Klinik Plattformen.
KMU als Rückgrat der Forschung in der Medizintechnik
Die deutschen Medizintechnik-Unternehmen haben sich weltweit einen exzellenten Ruf erarbeitet. Viele Firmen sind Weltmarktführer auf ihrem Gebiet und stark exportorientiert. Ein wesentlicher Treiber ist ihre hohe Innovationskraft, die gerade in Deutschland die zahlreichen KMU kennzeichnet. Über 90 Prozent der deutschen Medizintechnik-Firmen sind KMU, sie sind das innovative Rückgrat der Branche. Mit dem Fachprogramm Medizintechnik stärkt das BMBF die versorgungs- und patientenorientierte Forschung und Entwicklung und dabei ganz besonders mittelständische Unternehmen. Denn der tatsächliche Versorgungbedarf sollte im Mittelpunkt von neuen Entwicklungsideen und Produkten stehen – auch und gerade bei innovativen Mittelständlern.